
Moin Christian,
dieses Jahr hast du es trotz deiner Verletzung unter die Top 10 in Deutschland geschafft, immerhin doch eine gute Leistung. Bist du zufrieden?
Ja und nein! In Warnemünde bin ich ja noch hin und her gefahren, damit der Fuß nicht komplett kaputt geht und somit die Punkte für den letzen Platz und die Gesamtwertung zu ergattern. Dann habe ich wirklich eine Pause eingelegt und war vor Fehmarn dann wieder eine Woche auf dem Wasser. Dort wurde dann allerdings nur die Single-Elimination gefahren, in der ich gleich im ersten Heat einen zu starken Gegner hatte. Naja lange Rede, kurzer Sinn, die Top 10 ist natürlich super und im nächsten Jahr dann auch hoffentlich die Top 5! Aufs Wasser komme ich zumindest wieder oft genug.
Du bist ca. 6 Wochen ausgefallen und das mitten in der Saison! Wie ist das für jemanden, der ausgerechnet noch an einem der besten Spots in Deutschland wohnt?
Das war schon schwer. An dem Tag als ich mich verletzt habe, war der Beginn meiner 10 Wochen Semesterferien. Davon so lange Pause zu machen hatte ich mir nun nicht gerade vorgestellt. Doch dann kam die PKRA nach St. Peter-Ording, das hat etwas abgelenkt. Dort habe ich einen Teil meiner Sponsoren getroffen. Triggernaut, Kitefactory und Brunotti waren vor Ort und haben ihre Produkte präsentiert. Ich konnte dem Contest zuschauen und habe mit Freunden am Strand relaxt. Nach der PKRA und knappen 4 Wochen Pause bin ich das erste Mal wieder aufs Wasser gegangen, doch die Ärzte lagen mit den 6 Wochen Pause eher richtig.
Kurz noch einmal zum Thema Sankt Peter Ording! Du bist quasi “Homie” hier, was genau gefällt dir so an diesem Spot?
Der Spot hat alles zu bieten, von Flachwasser bis zu relativ sauberen Wellen (für deutsche Verhältnisse), ausserdem kann man in St. Peter-Ording bei jeder Windrichtung einen passenden Strandabschnitt finden. Und das alles innerhalb von 5km vor der Haustür. Am liebsten gehe ich bei ONO-Wind am Hauptstrand raus. Der Wind ist dann zwar ablandig, aber es ist nichts los auf dem Wasser und man kann perfekt filmen, fotografieren und das spiegelglatte Wasser genießen. Man sollte aber sicher Höhe laufen können, wissen wo die Sandbänke sind und wie weit man stehen kann, da Strömung und Windlöcher nicht zu unterschätzen sind.

Ich hab mal gehört, dass SPO mit die höchste Windausbeute in Nordeuropa bzw. in Deutschland hat? Stimmt das?
Ja das ist richtig! Eigentlich hat man das ganze Jahr über eine recht große Windausbeute. In St. Peter komme ich im Schnitt bis zu 5 Mal die Woche aufs Wasser. Wenn ich das mal mit Flensburg vergleiche, wo ich studiere, sind es höchstens 3 Mal. Deswegen fahre ich auch an meinen freien Tagen häufig nach SPO. Hin und wieder steuere ich auch Fehmarn, Kiel oder die dänische Küste an.
Welche Ziele hast du für das nächste Jahr?
Da habe ich mir noch keine richtigen Gedanken zu gemacht. Es macht riesigen Spaß neue Spots zu entdecken und zu Reisen. Ich weiß nicht ob ich nächstes Jahr wegfliege, aber mit dem Auto wird bestimmt mal ein Trip unternommen. Dänemark bietet sehr viele coole Spots, vielleicht fahre ich aber auch mal in Richtung Belgien und Holland.
In diesem Jahr habe ich mit Freunden einen Slider gebaut, da planen wir noch einen Kicker hinzu. Mittlerweile kenne ich auch ein paar gute Hobbyfotografen, mit denen ich auch losziehen möchte. Videos kommen bestimmt auch dabei rum.
Was die Contests angeht, fahre ich wieder die deutsche Tour mit. Vielleicht auch einen Worldcup, wenn wieder einer in Deutschland statt findet. Allerdings muss es auch alles immer mit dem Studium passen.
Aber warum jetzt schon das nächste Jahr planen? Dieses Jahr geht doch noch gute 3 Monate. Ich war bisher jeden Winter auf dem Wasser und nun werde ich es das erste Mal mit meinem NPX Trockenanzug probieren.
Ich arbeite auch viel mit meinen Sponsoren zusammen, das wird sich, denke ich, im nächsten Jahr noch weiter ausbauen.
Dein Freund und Trainingspartner ist Stefan Permien, wie lange kennt ihr Euch schon?
Ich habe Stefan in St. Peter-Ording kennengelernt. Er hat dort vor ein paar Jahren ein paar Tage verbracht. Auch wenn SPO eine Anlaufstelle von einer Menge Kitern ist, gab es damals keine, die dort Unhooked-Tricks oder auch sonstige spektakuläre Moves gemacht haben. Als ich das dann gesehen habe, wusste ich, was möglich ist und habe auch damit angefangen Manöver auszuprobieren.
Mittlerweile sind wir Teamkollegen und ich fahre auch öfters nach Kiel oder wir treffen uns da wo Wind ist. Diesen Herbst planen wir Videos und einen Trip nach Marokko.

Pusht ihr Euch gegenseitig wenn ihr aufs Wasser geht?
Na klar. Ich lerne viel, wenn ich mit besseren Fahrern auf dem Wasser bin. Stefan hat schon Handlepasses gemacht, da hab ich noch versucht Höhe zu laufen. Es pusht mich, weil ich dann genau vor meiner Nase sehe, wie etwas funktioniert. Wenn man sich ein Video ansieht, hat man nicht mehr alles im Kopf bis man am Strand ankommt. Ein Beispiel dafür ist Hackwind mit den 6er Thunderbirds. Kiteloops sind meine absoluten Lieblingstricks. Man will immer höher und weiter kommen als die Anderen.
Bei den Flensburgern und St. Peteranern sind aber auch viele gute Kiter dabei, mit denen ich regelmäßig die Strände ansteuere.
Du wirst nächste Woche zu dem KPWT Worldcup in Marokko fahren. Wie sind deine Trainingsvorbereitungen gelaufen?
Naja, im Sommer hatte ich ja eine lange Pause und nun musste ich nochmal eine Woche für eine Klausur lernen. Ich habe nun angefangen neben dem Kiten noch Training zu Hause zu machen. Das bringt eine Menge. Man kann länger kiten, ohne die Kraft zu verlieren. Hinzu kommt, dass man sich überlegt, wie neue Tricks funktionieren und dann richtig heiß ist, wieder aufs Wasser zu gehen. Anfang des Monats hatten wir ein paar richtig gute Tage. Es war heiß, der Wind war konstant und das Wasser spiegelglatt, ein Tricklabor eben. Da habe ich ein paar neue Moves gelernt, die im Moment aber noch unsicher laufen. In Marokko habe ich noch 3 Tage, bevor der Contest los geht. Die werden von morgens bis abends voll ausgenutzt.

Wie siehst du deine Chancen einen guten Platz hinzulegen ?
Im Freestyle wird es schwer. Ich habe gesehen was die Gegner so machen. Wenn ich einen guten Heat habe, kann es laufen. Ich lass mich da mal überraschen. Ich sehe die Freestyle-Disziplin als Herausforderung und als Training für die nächste Saison. Auf einem Worldcup sammelt man bestimmt reichlich Wettkampferfahrungen, die mir dann in der nächsten Saison zu Gute kommen.
Aber es gibt ja noch mehr Disziplinen. Race und Wave werde ich nicht mitfahren. Racen kann ich ungefähr überhaupt nicht und es macht mir keinen Spaß. Wavekiten macht mir zwar riesigen Spaß, doch kann ich nicht so viel Equipment mitschleppen. Naja wer weiß, vielleicht melde ich mich ja doch spontan dafür an. Dann bleiben noch die Disziplinen Slider und Kiteloop. Im Sliden habe ich nun meine ersten Schritte hinter mir und komme sicher über die Obstacles. Wenn ich dann noch einen Handlepass am Ende einbaue, läuft das. Auf die Kiteloop-Disziplin freue ich mich am Meisten. Hoffentlich haben wir viel Wind und können uns gut wegbimsen.
Du bist einer unserer ersten Teamfahrer an Board gewesen? Was gefällt dir an Boost am besten?
Boost war mein erster Sponsor und hat an mich geglaubt. Das hat mich weiter gebracht und motiviert zu trainieren. Das Team arbeitet super zusammen. Die Zusammenarbeit mit Boost-Kiteboarding.com macht Spaß und ermöglicht mir neue Wege.
Vielen Dank!
Kein Problem! Bis zum nächsten Mal.

Schönes Interview. Mach weiter so Christian, dann läuft es auch mit den nachbarn ;-)
Chices Interview und ne geile Jacke mein Lieber! Wo hast die denn schon her??