:: KONTAKT :: IMPRESSUM :: AGB :: DATENSCHUTZ :: WIDERRUFSBELEHRUNG

Interview mit KPWT Sieger Stefan Permien

Posted: September 7th, 2009 | Author: Stefan | Filed under: Boost-News, Interviews, Kiteboarding | No Comments »

090907-blog13

Wir haben Stefan Permien nach seinem Sieg in Kanada ausführlich interviewt. Viel Spaß beim Lesen:

Boost: Welche Sportarten hast du vor dem Kitesurfen gemacht ?

Stefan: Eigentlich alles Mögliche! Ich habe früher jahrelang Fussball gespielt. Dann auch mal Tennis, Tischtennis, Badminton, usw. Eigentlich habe ich so gut wie alles ausprobiert. Fussball habe ich als Kind am meisten gespielt. Naja dann mit 13 Jahren habe ich einen Windsurf-Grundkurs gemacht. Das hat mir super viel Spaß gemacht, aber mich hat das Springen mehr fasziniert als das gleiten. Naja und dann habe ich das erste mal Kitesurfen gesehen …

Boost: Wie bist du zum Kitesurfen gekommen ?

Stefan: In Dänemark habe ich ein paar der ersten Kitesurfer gesehen. Die konnten bei sehr wenig Wind ( für Windsurf-Verhältnisse ) fahren und auch springen! Das Springen bzw. Fliegen hat mich an dem Sport Kitesurfen fasziniert. Ich bin los, habe mir ein Brett gekauft und dann ging das los! Mit einer Matte, die sich nie wiederstarten ließ und einem 2 Meter Brett habe ich meine ersten Frontloops und Backloops gelernt. Kitesurf-Schulen gab es damals noch nicht wirklich.

Boost: Was machst du sonst so,
wenn du nicht gerade auf dem Wasser anzutreffen bist ?

Stefan: Dann kann man mich an der Christians-Albrechts Universität zu Kiel in der Sektion Chemie antreffen. Dort studiere ich Chemie auf Diplom. Seit dem Winter habe ich mein Vordiplom und somit bin ich gerade im Hauptstudium. Ansonsten kann man mich in Damp an der Wakeboardanlage antreffen.

Boost: Was sind deine Ziele in dem Sport ? Was möchtest du unbedingt erreichen ?

Stefan: Ich habe im Moment gar keine richtigen Ziele, also das ich sage das WILL ich erreichen. Ich fahr ziemlich viele Contests mit und versuche mich dort gut zu platzieren. Ich habe einfach Spaß daran mich zu messen und andere Leute kennen zu lernen. Es wäre nett einmal deutscher Meister zu werden oder auf dem einen oder anderen WorldCup auf dem Treppchen zu stehen. Ansonsten bin ich immer auf der Suche nach dem besten Video und Foto-Shoots und versuche ständing
meinen persönlichen Style zu verbessern.

Boost: Siehst du auch international eine Entwicklung für Dich ?

Stefan: Ja klar, beim WorldCup in Kanada bin ich erster geworden, da sehe ich schon ein gewisses Potential. Ich hoffe, dass ich dadurch auch international bekannter werde. Auch mit Fotos und Videos will ich internationaler werden.

Boost: Kitesurfen trägt auch ein gewissen Risiko,
hattest du jemals eine Extremsituation ?

Stefan: Ja klar, die ein oder andere Extremesituation hat jeder, dass ist ganz normal. Das ist wie beim Auto fahren da kann es auch mal brenzlig werden … wichtig ist es einen kühlen Kopf zu bewahren und das Richtige zu tun. Wenn es brenzlig wird beim kiten muss man rechtzeitig auslösen und im Notfall sich komplett trennen. Einen Kite kann man immer neu kaufen, die Gesundheit ist ab einem gewissen Grad nicht mehr zu retten. Mein Rat an alle Kiter: Macht euch mit euren Sicherheitssystemen vertraut und betrachtet die Sicherheitseinrichtungen kritisch und wartet nicht zu lange mit dem auslösen, wenn es auf eine Steinmole zu geht.

Boost: Was gefällt dir an Boost, besonders gut ?

Stefan: Die lockere Atmosphäre! Kitesurfen ist ein FUN-Sport. Es geht darum Spaß zu haben und das Beste aus den Bedingungen zu machen. Viele Kitesurfer verlieren das ganze aus den Augen und es gibt immer mehr Kitesurfer die eher unentspannt sind. Letztes Wocheende in Laboe zum Beispiel war alles voll mit Kitern. Dann kommt es zu Engpässen und es nimmt dir jemand die Vorfahrt, oder fährt mal dicht an dich ran, oder zwei Schirme verheddern sich. Das lässt sich dann nicht ändern! Sich darüber aufzuregen ist völlig Sinnbefreit. Das muss man entspannt sehen und darüber braucht sich keiner aufregen. Wenn mal was passiert trinkt man abends ein Bierschen zusammen und alles ist wieder gut!

Boost: Wie siehst du den Sport in 10 Jahren ?

Stefan: Das ist schwer zu sagen … Ich hoffe der Sport wird noch viele Leute begeistern und in seinen Bann ziehen. Außerdem hoffe ich das der Sport wieder sportlicher wird, also das wieder mehr Kiter springen und sich auch an komplizierte Manöver heranwagen.

Boost: Wie stark war der stärkste Wind, wo Du auf dem Wasser warst ?

Stefan: Keine Ahnung bestimmt so 45 Knoten oder so. Also ich bin schon ein 5qm Schirm am oberen Limit geflogen. Das waren dann bestimmt 45 Knoten oder mehr.

Boost: Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nach deiner Meinung noch ?

Stefan: Ich entwickle ja im Moment bei Kitefactory stark mit und wir versuchen vor allem die Kites komfortabel und ausgeglichen zu bauen. Das soll keine Eierlegendenwollmilchsau werden, sondern verschiedene Kites für verschiedene Könnenstufen und Bedürfnisse. Dazu wird jede Größe einmal getestet und optimiert. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Kites funktionieren und jede Größe auf die komplette Range abgestimmt ist.

Boost: Welche Spots stehen noch auf deinem Zettel, wo du unbedingt einmal hinmöchtest ?

Stefan: Nach Kapstadt Südafrika

Boost: Auf welche Mucke stehst du so ?

Stefan: Eigentlich fast alles! Also Hauptsächlich höre ich Elektro und House, aber ich steh auch auf HipHop und Rock.

Boost: Was möchtest du den Ridern gerne mit auf den Weg geben ?

Stefan: Normalerweise muss ja jetzt so ein Spruch kommen: No Risk No Fun! Aber ich sage einfach mal, habt alle Spaß auf dem Wasser! Das ist da wichtigste …

090907-blog12

Boost: Dieses Jahr bist du an zwei Stopps der KPWT mitgefahren und hast sehr gute Ergebnisse erzielt. Wie siehst
du das?

Stefan: Ich bin da ganz entspannt und versuche auf dem Teppich zu bleiben. Trotzdem ist es ein geiles Gefühl den Freestyle-Contest in einem WorldCup-Tourstopp zu gewinnen!!

Boost: In Kanada hast Du jetzt direkt den ersten Platz belegt, herzlichen Glückwunsch Stefan. Was war das besondere an Kanada ?

Stefan: Das Klima ist ähnlich wie in Deutschland. Die Leute sind supernett und es war insgesamt ein schöner Trip

Boost: Wie waren die Spots in Kanada ?

Stefan: Ich war oben in Shippagan in dem Bundesstaat New Brunswik. Das Ganze ist nördlich von Shippagan. Es sind mehrere, verbundene Inseln, dazwischen ist überall Wasser, auf dem man Kitesurfen darf. Das ist so wie Fehmarn, bloß größer und nicht überfüllt. Überall gibt es Wellenspots und Flachwasserspots. Man fährt einfach umher und geht aufs Wasser!

Boost: Beim Worldcup in SPO warst du auch an Board, warst du mit deiner Leistung zufrieden ?

Stefan: Nee nicht richtig! An dem einen Tag ist meine Leash gerissen und in der Double bin ich schlecht gefahren… da wäre mehr drin gewesen!

Boost: Welche Ziele hast du dir fürs nächste Jahr vorgenommen ?

Stefan: Noch gar nix! Ich will ersmal diese Saison zu Ende fahren und dann mal gucken. Im Winter möchte ich auf jeden Fall wieder zur deutschen Snowkite-Meisterschaft.

Boost: Vielen Dank für das Interview!

Stefan: Kein Problem!

090907-blog11


Kommentieren

Angemeldet als . Abmelden »