
Unsere bisher längste Atlantikpassage hat die Zest gut gemeistert und wir sind nach 5 Tagen auf der Insel Sal (Kapverdische Insel) angekommen. Während der Überfahrt blies der Passat konstant und wir konnten die gesamte Zeit mit achterlichen Winden segeln. In den ersten zwei Tagen mussten wir uns an das ständige Rollen des Schiffes gewöhnen. Die alltäglichen Arbeiten, wie Abwaschen oder Kochen, sind am Anfang nicht ganz einfach. Nach drei Tagen hatten wir dann alle unseren Rhythmus gefunden und das Segeln wurde immer entspannter. Wir wurden immer mal wieder von Delphinen begleitet und konnten fliegende Fische beobachten, die von der Zest aufgeschreckt das Weite suchten.
Am letzten Tag mussten wir noch einmal richtig Gas geben, um vor Sonnenuntergang den Ankerplatz auf Sal zu erreichen. Wir versuchten uns mit dem Spinnaker bei 25 Knoten Wind und konnten Mark, unserem australischen Freund, nochmal sportliches Segeln präsentieren. Zwischendurch ist noch eine angescheuerte Spischot gerissen, aber dennoch haben wir es dann auch tatsächlich geschafft 30 Minuten vor Sonnenuntergang den Anker fallen zu lassen.
In Sal lagen wir die ersten Tage im „Hafen“ von Palmeira. Palmeira ist ein kleines Fischerdorf im Nordwesten der Insel. Er wird nur gelegentlich von Touristen besucht. Die meisten Menschen hier sind arm aber auch freundlich. Da alles importiert werden muss, sind Lebensmittel hier sehr teuer, nur Fisch und Reis sind erschwinglich. Wir haben zum Glück auf den Kanaren ordentlich eingekauft.
Am Tag nach der Ankunft haben wir einen Fahrer gefunden, der uns für 30 Euro den Tag über die Insel zeigte. Die Investition hat sich auf jeden Fall gelohnt und so waren wir 30 Minuten später am Kitebeach. Dieser Spot im Südosten der Insel hat bei Passatwind schräg auflandigen Wind und wird von einem Riff so abgeschirmt, dass man draußen 1-1,5 Meter Wellen hat, in denen man ein paar Turns ziehen kann. Innerhalb des Riffs findet man meist gute Freestyle-Bedingungen mit kleinen Kickerwellen vor. Wir haben die zwei Tage an diesem Spot echt genossen. Als wir wieder in Palmeira ankamen, waren unsere Ruder aus dem Schlauchboot verschwunden und wir mussten sie wieder zurück kaufen… Naja man lernt aus seinen Fehlern.
Wir sind dann weiter in den Süden der Insel gesegelt. Genauer gesagt in die Bucht von Santa Maria. Der Ort ist ein reiner Touristenort. In der Bucht von Santa Maria lagen wir sehr unruhig vor Anker, dafür konnten wir mit dem Schlauchboot direkt zum Spot fahren. Vor allem der kraftvolle Shorbreak im Westen der Bucht hat Spaß gebracht, auch wenn man nicht mehr als einen Turn in der Welle fahren konnte.
Mark ist gestern nach Hause geflogen und Jan und ich (Klaas) segeln weiter nach Boavista.