
La Coruña (A Coruña in Galizisch) – Seit 4 Tagen sind wir nun in dieser schönen Stadt. Die Stadt liegt direkt am Meer und hat einen Wellenreit-Cityspot der uns beide sofort an Bondi Beach in Sydney erinnert hat. Leider ist der Spot absolut nicht für’s Kiten geeignet, da alle Windrichtungen außer Onshore von den Bergen bzw. Häusern abgedeckt werden. So überließen wir den Spot den 100 Wellenreitern, die dort um jede Welle kämpften.
Die Wetterlage versprach Ostwind und wir wollten beide unbedingt aufs Wasser, daher mieteten wir uns für die nächsten zwei Tage ein Auto. Am nächsten Tag standen wir dann mit dem Sonnenaufgang auf (kurz vor 9) und nach einem schnellen Frühstück saßen wir dann im Bus in Richtung Autovermietung.
Dann ging es dann erstmal wieder zurück zum Schiff, um die Kitesachen zu holen. Im Hafen kam auch so langsam Wind auf, so dass die Vorfreude immer größer wurde. Da der Wnd sehr östlich kommen sollte (hier in der Gegend ist eigentlich immer NO) entschieden wir uns für den Spot Razo, der bei Ostwind noch funktionieren soll.
Nach circa 40 Minuten standen wir am Strand der Atlantikküste und trauten unseren Augen kaum. Türkisblaues Wasser und ein sauberer 1,5 Meter Swell der ziemlich geordnet über Sand und teilweise auch über ein Steinriff brach. Wir konnten es beide kaum erwarten aufs Wasser zu kommen auch wenn der Wind etwas schwächelte. Jan ging mit dem 8 Bandit und dem 5,8′ Bamboo raus und ich mit dem 9er und dem Acid. Wir hatten eine fette Session, aber dann ging der Wind leider immer weiter runter.
Der Spot ist auf jeden Fall zu empfehlen, auch wenn er bestimmt besser bei NO-Wind funktioniert. Für Leute, die Flachwasser lieben soll’s auch noch eine Lagune geben, die aber nur bei Hochwasser kitebar ist. Jetzt in der Nebensaison war der Strand so gut wie leer, und wir teilten uns den riesigen Spot mit zwei anderen Kitern, einem Windsurfer und einem Wellenreiter.
Am nächsten Tag fuhren wir an die Küste östlich von A Coruña, da der Wind hier stärker sein sollte. Die Spotwahl viel auf Valdovino. Auch hier fanden wir eine riesige Bucht mit massig Platz vor. Der Wind kam auch erst gegen 4 Uhr auf, so dass wir ganz entspannt aufbauen konnten und noch ein wenig mit dem Wellenreiter rumplanschen konnten. Die Wellen waren jedoch relativ klein, da es keinen Westswell mehr gab. So konzentrierten wir uns mehr auf Freestyle. Der Wind war etwas böig, aber blies dafür auch teilweise mit 30 Knoten. Auch ein Spot der bei NO und ein Westswell ganz anders aussehen kann, aber wir hatten trotzdem richtig Spass und packten kurz vor Sonnenuntergang völlig erschöpft zusammen. Ein Einheimischer erzählte uns, dass hier gerade mal 5 Kiter in der Gegend unterwegs sind.
Ein Archiv mit den besten Bildern des Segeltrips gibt es hier.
Am 22.09. starteten unsere beiden Teamfahrer Stefan und Christian in Richtung Dakhla – Marokko. Dort fand ein Tourstop der Weltmeisterschaftsserie KPWT statt. Hier der Bericht von Christian Winkenjohann:
Wir kamen mitten in der Nacht in Dakhla an. Es ist ein Zeltcamp mitten im Nichts am Rande der Sahara. Von unserem Zelt konnten wir direkt auf die Lagune blicken und hatten riesige Sanddünen um uns herum. Am ersten Morgen waren wir natürlich gleich heiß auf das Wasser zu kommen und das perfekte Flachwasser mit unseren 6er Thunderbirds zu rocken.

In Dakhla sieht jeder Tag gleich aus, da man nicht wirklich viel machen kann. Aufstehen, frühstücken, Small Talk, Mittag, Kiten, abendessen, schlafen. Wir sind jeden Tag den 6er, 8er oder 10er gefahren. Den 12er mussten wir nur ein Mal auspacken.
Der Tag des Contests rückte nächer und wir schrieben uns ein. An den ersten beiden Tagen sind wir den Freestyle gefahren. Da ich krank war, lag ich meistens bei knappen 40 Grad mit Pullover und Jeans am Strand und habe mir die Heats angeschaut. Für mich war deshalb im Freestyle nichts zu holen. Stefan Permien hingegen legte ein wahres Feuerwerk an Tricks aufs Wasser und kämpfte sich bis auf den 4ten Platz vor. Jesse Richman wurde 1ster, Leander Vyvey 2ter und petr Tyushkevich 3ter.

Der Kiteloop-Contest war nicht so berauschend, da wir mit unseren 10ern komplett unterpowert waren. Diese Disziplin wurde leider auch nie zu Ende gefahren.
Nun lag die Priorität auf Wave und Race. Die Racer ließen die komplette Lagune hinter sich und lieferten sich so einige Kämpfe. Auch hier gewann Jesse Richman vor Bruno Sroka. Im Wave wurde Mitu Monteiro erster.
Am letzten Tag sind wir die Slider-Comp gefahren. Das war ein riesiger Spaß, da es keine “normalen” Heats waren. Wir hatten in Gruppen immer 20 Minuten Zeit um die Rails zu rocken und 2 von 7 kamen weiter in die nächste Runde. Stefan stand am Ende sogar auf dem Treppchen auf Platz 2. Auch hier wurde Jesse Richman erster.

Nach dem Contest hatten wir noch ein paar Tage um an einem der besten Spots zu trainieren. Wir freundeten uns immer mehr mit den heimischen Tieren an und relaxten. Am 5.10. traten wir die Rückreise an, die nach einer langen Nacht am Casablanca Airport mit einem Besuch bei Triggernaut in Kassel endete.
Christian hat einen kurzen Clip zusammengestellt, damit ihr euch ein Bild von dem Flachwasserspot machen könnt:

Der ständige Regen und das nasse Herbstwetter, vor allem auf den englischen Kanalinseln, haben uns voran getrieben, so dass wir die letzten 7 Tagen fast ausschließlich auf See verbracht haben. Von Bulounge aus sind wir auf die Kanalinsel Alderney gesegelt. Die kleine Insel wird immer noch als Lehnswesen regiert und mag bei gutem Wetter auch echt schön sein, aber an dem Tag als wir den Südwestwind abgewettert haben hat es durchgehend geregnet. Ab und zu gab es auch mal Nebel dazu – zur Abwechslung.
Von Alderney aus sind wir dann direkt über die Biskaya nach A Coruna (Spanien) gesegelt. Die 4 Tage auf See hat die Zest gut gemeistert, auch wenn der Wind leider häufig gegen an war. An Deck war es scheiße ungemütlich. Wir haben die meiste Zeit unter Deck verbrachten und nur ab und zu mal den Kopf rausgestreckt, um nach Schiffen Ausschau zu halten, die Segel zu kontrollieren und wenn nötig den Autopiloten (Hein) neu einzustellen.
Die Nacht verbrachten wir im drei Stundenrhythmus: also 3 Stunden schlafen und 3 Stunden Wache gehen. Durch den teilweise starken Südwestwind und die immer noch nicht komplett dichte Zest war eigentlich nur eine Koje trocken genug wo wir abwechselt drin schliefen.
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Gestern morgen kam dann die Küste von Spanien in Sicht und wir wurden für unsere Anstrengungen reichlich belohnt. Mit leichten Rückenwind segelten wir unter Spi in die Bucht von A Coruna. Die Sonne brannte auf uns hinunter, das Wasser ist tief blau und alle Wintersachen konnten erst Mal wieder in der Seekiste verschwinden. Für die nächsten Tage ist starker Ostwind angesagt und wir haben uns gerade ein Auto gemietet um an die besten Wavespots zu kommen.

Unsere beiden Segler Jan und Klaas sind nun fast 2 Wochen unterwegs und haben sich heute kurz von Alderney (Aurigny) aus gemeldet. Die Infos sind etwas knapp, aber immerhin was.
“Wir haben hier gerade kurz Internet an der Tankstelle. Wir sind auf Alderney, das ist eine kleine Kanalinsel und es regnet ohne Unterbrechung und dazu gibt es Nebel. Die Windvorhersage sieht aber ganz gut aus. Unsere Hoffnung ist, dass wir von hier direkt bis Spanien durchfahren können, das würde ca. 5 Tage dauern. Wir können noch nicht genau absehen, wann wir genau in der Karibik sein werden. Das können wir auch erst sagen wenn wir im Dezember auf den Kanaren sind, bei der Segelei ist das mit dem Planen immer nicht so einfach…
Wir melden uns wieder, wenn wir in Spanien angekommen sind.
Reingehaun, Klaas und Jan”
Unser Teamfahrer Stefan Permien (Deutscher Vize-Meister 2009) ist aktuell noch in Marokko auf dem KPWT-Worldcup. Hier ein paar Zeilen zum Wettkampf von Stefan die er uns gerade per Mail geschickt hat. Die Internetverbindung ist laut Stefan recht lausig, aber er hat uns immerhin ein paar recht beeindruckende Bilder geschickt.
“Die letzten 10 Tage war ich in Marokko auf dem KPWT WorldCup. In der Disziplin Freestyle bin ich auf dem vierten Platz gelandet. Nach dem Erfolg auf dem letzten Worldcups bin ich nicht ganz zufrieden. Aber die Judges waren andere und haben diesmal leider ganz andere Bewertungskriterien gehabt. In der Disziplin Slider und Kicker bin ich auf dem 2. Rang gekommen.”

Wechsel der Besatzung: Jan ist jetzt an Board. Er ist nachgekommen, da er noch einiges an der Uni zu erledigen hatte, um sein Studium abzuschließen. Unsere liebe Gast-Seglerin Sarah musste leider wieder nach Hause fahren.
Wir sind jetzt im Land der Baguettes und des Weines angekommen: Gestern Nacht sind wir nach 36 Stunden auf See in Boulogne eingelaufen. Die Fahrt war für’s Erste echt schnell, aber auch anstrengend, vor allem weil wir durchgehend am Wind mit 7 Knoten gelaufen sind. Jede 3 Stunden ist die Zest so hart in eine Welle eingeschlagen, dass Wasser in den Salon geschossen ist. Die Bilgepumpe ging nicht und so hatten wir nach ein paar Stunden soviel Wasser im Schiff dass die Bodenbretter im Wasser schwammen. Das Vorschiff wie auch der Salon waren nass. Unterhalten wurden wir auf der Fahrt von der holländischen und französischen Marine, die sich einen Spaß daraus machten die Zest als fahrendes Ziel zu missbrauchen. Die Holländer kamen aber noch mal zum Winken zurück;). Heute haben wir uns erstmal an die Beseitigung der Spuren gemacht. Erstmal wurde alles trocken gelegt und die Bilgepumpe repariert. Im Anschluss kümmerten wir uns um die Leckagen.
Anschließend ging es noch zu einem kurzen Ausflug ins lokale Nachtleben und am morgen kamen wir endlich dazu, den neuen Bandit 3 bei ordentlich Hack auf Herz und Nieren testen.
Zum Segeln war zu viel Wind, aber es war genau richtig zum BOOSTEN! Heute haben wir den 7er und 8er F-one Bandit III mal bei einem krassen Orkan Orkan mit Taifun-ähnlichen Böen geflogen. Das Wetter war wirklich etwas extrem, aber die Kites haben es gut gepackt und wir auch.
Der neue Bandit 3 ist wirklich ein sehr guter Kite und bei solchen massiven schwierigen Bedingungen wirklich hervorragend zu fliegen. Er ist sehr stabil und gerade in den heftigen Böen immer noch sehr gut zu kontrollieren. Das ACID stand auch prima auf dem Wasser und lässt sich auch bei 10er Windböen immer noch gut fahren. Natürlich braucht man schon ordentlich Training, um bei solchen Bedinungen auf’s Wasser zu gehen ohne verloren zu gehen.
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Endlich nimmt der Südwest-Wind soweit ab und dreht auf West, so dass wir gut weiter können. Nach guten 5 Tagen Helgoland auch allerhöchste Zeit. Ach so, wenn ihr mal auf Helgoland seit probiert nicht den Eiergrog ausser ihr mögt warme rohe Eier mit viel Schnaps (aber betrunken macht er).
Über Nordernei sind wir dann nach Lauwersoog (Holland) gesegelt, wo wir mal wieder Nachts ankamen. Der Westwind ist immer noch da und nimmt auch wieder zu. Wir treffen auf eine junge holländische Familie die gerade mit Ihrem Schiff aus Norwegen kommen. Sie empfehlen uns durch die Kanäle weiter nach Harlingen zu fahren, was wir auch machen. Auch wenn das Bild etwas komisch ist mit der Zest durch das Landesinnere von Holland zu fahren, war es doch eine nette Tour. Wir haben auch ein sehr geiles Fortbewegungsmittel der Holländer entdeckt: Zwei Surfbretter mit einem Außenboarder versehen, das geht bestimmt ab.









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